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Eltern im Lockdown – wie ein achtsamer Umgang mit der Paarbeziehung gelingt

Die aktuelle Situation ist für Eltern eine besondere Herausforderung, viele müssen Homeschooling und Homeoffice unter einen Hut bringen. Das kostet Nerven und es fehlen Möglichkeiten, wieder aufzutanken. Die Paarbeziehung, die bei Eltern ohnehin schon oft in den Hintergrund gedrängt wird, wird in dieser Zeit besonders auf die Probe gestellt. Beide Partner haben das Gefühl, zu kurz zu kommen. Das führt oft zu gegenseitigen Vorwürfen und Schuldzuweisungen.

Eine wichtige Erkenntnis ist bereits, dass die Situation für alle Beteiligten eine große Stress-Belastung ist – Zukunftsängste, finanzielle Sorgen, Sorgen um die eigene Gesundheit und die der Angehörigen, Sorgen um das Wohl der Kinder etc. – das alles sind starke Stressoren. Das Gefühl, zu kurz zu kommen, ist reell, bei beiden Partnern. Die Zeit ist einfach begrenzt. Genauso wahr ist es, dass beide Partner Zeit für sich brauchen, Zeit, um wieder aufzutanken.

Eine Empfehlung: Äußern Sie Ihre Bedürfnisse, statt sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Man spricht auch von „Ich-Botschaften“ statt „Du-Botschaften“. Beim Partner kommt es ganz anders an, wenn Sie sagen „Ich bin erschöpft und brauche eine halbe Stunde Zeit für mich“, als wenn Sie sagen „Schon wieder kommst du zu spät von der Arbeit, alles muss ich alleine machen“!

Ihre Bedürfnisse sind unterschiedlich. Überlegen Sie, was Ihnen persönlich hilft, Kraft zu tanken. Für den einen ist es das Gespräch mit dem besten Freund oder der besten Freundin, für den anderen ein Spaziergang, Sport, etc. Überlegen Sie dann gemeinsam, wie Sie in Ihren vollen Kalendern Auszeiten unterbringen können. Auch wenn es nur zweimal die Woche eine halbe Stunde ist, kann es die Situation entspannen. Allein schon die Tatsache, dass Ihr Bedürfnis gehört und ernst genommen wird, ist hilfreich.

Genauso wichtig wie die Zeit alleine, ist die Zeit zu zweit. Auch wenn es zurzeit nicht möglich ist, gemeinsam auszugehen, reservieren Sie einen Abend die Woche für sich als Paar. Sprechen Sie darüber, wie es Ihnen geht, welche Sorgen und Ängste Sie haben. Aber sprechen Sie auch darüber, was gut läuft, worüber Sie sich freuen, wofür Sie dankbar sind. Es ist eine wahnsinnige Leistung, die Sie zurzeit gemeinsam erbringen- seien Sie stolz darauf! Loben Sie sich dafür und zeigen Sie Wertschätzung für das, was die oder der andere leistet, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.

Wesentlich für die Überwindung von Krisen ist es, das Positive zu erkennen. Auch wenn es schwerfällt – welche positiven Auswirkungen hat der Lockdown für Sie als Familie, als Paar? Verbringen Sie mehr Zeit miteinander? Hat sich durch das gemeinsame Homeoffice auch eine andere Aufgabenverteilung in Haushalt und Kinderbetreuung entwickelt?

Manchmal ist die Situation schon so verfahren, dass man nicht mehr aus der Streitspirale entkommt. Das gleiche Muster, das gleiche Streitthema, wiederholt sich immer wieder. Da hilft es, einen Schritt zurück zu treten, um das Muster, den Teufelskreis, zu erkennen. Das ist nicht leicht und manchmal braucht es externe Unterstützung, um die Muster zu erkennen und einen Ausweg aus der Streitspirale zu finden.

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